Corona. Nostra res agitur !

Unversehens hat der nur noch ironisch verwendete Spruch schmerzhafte Aktualität angenommen - als wäre er das Virus, das auf einen lebendigen Organismus stösst.

25.03.2020

*

Als ich in Paris studierte und in einem nicht ganz ungefährlichen Quartier wohnte, hat mir eine gute Freundin einen unschätzbaren Rat gegeben: „Wenn Du überfallen wirst, nicht rufen au secours! (zu Hilfe!), denn dann rennen alle Leute davon, weil sie nicht in eine unangenehme Situation geraten wollen. Rufe au feu! (es brennt!), dann rennen alle herbei, weil sie schauen wollen, ob ihr eigenes Haus brennt. 

Das gilt nicht nur in Paris, sondern überall und zu allen Zeiten, ganz besonders auch jetzt, mitten in einer Pandemie. In diesem Sinn ist zum Beispiel der gutgemeinte Ausdruck Risikoperson nicht sehr glücklich, weil viele der unter 65jährigen  das Gefühl haben, die Katastrophe betreffe sie nur am Rande, indes sie vielleicht schon mehrer Mitmenschen angesteckt haben, also ungewollt selber zu Brandstiftern geworden sind.

24.03.2020

*

Jetzt wo es Frühling wird, geht mir ständig die „Winterreise“  durch den Kopf:

Was vermeid’ ich denn die Wege,

Wo die andern Wandrer gehn…

Und uns gelingt es nicht einmal, zwei Meter Abstand zu halten…

Habe ja doch nichts begangen,

Dass ich Menschen sollte scheun -

Welch ein törichtes Verlangen

Treibt mich in die Wüstenein ?

Haben wir denn wirklich nichts begangen ?

20.03.2020

*

Ich glaube lieber an das Göttliche als an das Menschliche.

09.03.2020

*

Frage: Darf man nach Ausbruch einer Pandemie überhaupt noch Liebe machen?

Antwort: Selbstverständlich - unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von zwei Metern.

08.03.2020

*
Weitere Einträge